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Abgeltungsteuer

 

Zum 01. Januar 2009 wurde die Abgeltungsteuer eingeführt. Das müssen sie wissen?Bild Paragrafen-Männchen


Grundsätzliches:

  • Die Abgeltungsteuer ist erstmals auf alle nachfolgend genannten, nach dem 31.12.2008 erzielten privaten Einkünfte aus Kapitalvermögen, zu erheben. Zu den Einkünften aus Kapitalvermögen, die von der Abgeltungsteuer erfasst werden, gehören neben laufenden Zinsen, Dividenden und Investmentfondserträgen auch private Veräußerungsgeschäfte von Kapitalanlagen, insbesondere von Wertpapieren, Investmentfondsanteilen und Beteiligungen an Kapitalgesellschaften. Das gilt aber auch für Veräußerungsgeschäfte vermögensverwaltender Private-Equity-Fonds.
  • Die Abgeltungsteuer beträgt 25% der Kapitalerträge zuzüglich 5,5% Solidaritätszuschlag und eventueller Kirchensteuer. Die Beträge werden durch die Geldinstitute bei der Auszahlung einbehalten und abgeführt.
  • Eine neue Steuerbescheinigung ersetzt die bisherige nach § 24 c EStG. Die neue Bescheinigung muss die besonderen Angaben für die besondere Besteuerung der Kapitalerträge nach der zentralen Norm des Abgeltungsteuerrechts im Sinne des § 32 d EStG enthalten. Zusätzlich muss die Konfessionszugehörigkeit angegeben werden.
  • Da die Geldinstitute nicht nach der Kirchenzugehörigkeit fragen dürfen, bleibt es dem Steuerpflichtigen freigestellt, ob er freiwillig der Bank die Auskünfte erteilt. In dem Fall muss die Bank die Kirchensteuer einbehalten und abführen. Ab 1.1.2015 wird die Kirchensteuer-Datenbank eingesetzt, so dass die Bank in jedem Fall den Kirchensteuerstatus abfragen muss.
  • Veräußerungsgewinne und –verluste unterliegen der vollen Versteuerung, wenn die Anschaffung und Veräußerung nach dem 31.12.2008 erfolgte. Bei vor dem 01. Januar 2009 angeschafften Wertpapieren bleibt es bei der letztmaligen Steuerfreiheit beim Verkauf, wenn die einjährige Haltefrist überschritten ist. Das gleiche gilt für bislang nach § 23 EStG steuerfreie bzw. nicht steuerbare Finanzinstrumente.
  • Mit Einführung der Abgeltungsteuer endet das private Halbeinkünfteverfahren.
  • Die bisherige Werbungskostenpauschale und der Sparerfreibetrag werden ab 2009 zu einem einzigen Sparerpauschalbetrag i.H.v. 801 € bzw. 1.602 € (Zusammenveranlagung) zusammengefasst. Dieser kann nicht zu negativen Einkünften führen und schliesst tatsächliche Kosten aus.
  • Die einbehaltene Kirchensteuer ist nicht mehr als Sonderausgabe absetzbar.

Positiver Effekt der Abgeltungsteuer ist der, dass die unter die Abgeltungsteuer fallenden Erträge nicht mehr die Progressionsstufe und damit den Steuersatz erhöhen.

 

Hier die Besonderheiten nur für den betrieblichen Bereich:

Wichtig: Im betrieblichen Bereich gilt die Abgeltungsteuer nicht !  Für oben genannte Vermögenswerte bei Kapitalgesellschaften gilt weiterhin die Steuerfreiheit nach § 8b KStG. Im betrieblichen Bereich von Einzelunternehmen oder Personengesellschaften wird das Teileinkünfteverfahren eingeführt, welches eine Reduzierung der Steuerfreistellung für ab 2009 erworbene Aktien- und GmbH-Anteile von 50% auf 40% vorsieht. (Vormals galt das "betriebliche Halbeinkünfteverfahren" mit 50%. Dazu mussten sie dem Anlageinstitut unbedingt mitteilen, dass sich das Depot im Betriebsvermögen befindet.

Kirchensteuer auf Abgeltungsteuer: Erleichterungen für Kapitalgesellschaften:

Infolge der gesetzlichen Änderung der §§ 51a, 52a EStG müssen ab dem 1.1.2015 neben Banken und Kreditinstituten auch alle Kapitalgesellschaften im Rahmen einer Gewinnausschüttung die Kirchensteuerpflicht-Einbehaltungspflicht erfüllen und diese an die Religionsgemeinschaften abführen. Das erfolgt mit Hilfe der Kirchensteuer-Datenbank (KiStAM). Dazu müssen sich die Kapitalgesellschaften in der Zeit vom 1.9. bis 31.10. des Jahres registrieren lassen und dann den Kirchensteuer-Status der Gesellschafter in die Datenbank speichern lassen. Dazu wird die steuerliche Identifikationsnummer (IdNr.) und das Kirchensteuerabzugsmerkmal (KiStAM) an das Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) gemeldet.

Von der Registrierungspflicht ausgenommen sind:

  • Ein-Mann-Gesellschaften, wenn der Alleingesellschafter konfessionslos ist bzw. keiner steuererhebenden Religionsgemeinschaft angehört und alleinstehend ist. Sobald ihm eine zweite natürliche Person angehört (naher Angehöriger) muss auch die Registrierung für die Abfrage erfolgen, egal ob der Angehörige auch konfessionslos ist.
  • Kapitalgesellschaften, die eine Ausschüttung im Folgejahr mit Sicherheit ausschließen können. Z.B. weil sie vertraglich oder durch Gesellschafterbeschluss ausgeschlossen wird.
  • Kapitalgesellschaften, die nicht beabsichtigen, im Folgejahr keine kapitalertragsteuerpflichtige Ausschüttung vorzunehmen. Z.B. wegen schlechter Ertragslage, Verlustvorträge oder aufgrund bisheriger Ausschüttungspraxis. Eine Nachholung ist aber bei einer späteren Änderung der Situation zwingend. In diesem Fall sollten die Gesellschafter ihr Einverständnis zur Nicht-Registrierung (innerhalb der o.g. Zeitspanne) schriftlich erteilen und damit zustimmen, dass sie im Folgejahr nicht sofort eine "Anlassabfrage" durchführen können.

 Wir beraten sie gerne und übernehmen alle Meldevorgänge für sie.

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, 29. Oktober 2016 20:24

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