GUSTAVUS Steuerberatungsgesellschaft mbH  -  Hufergasse 37  -  45239 Essen 
Tel.: (0201) 84918-0  -  Fax: (0201) 84918-18 

HomeUnternehmensberatungRechtsformwahl

Rechtsformwahl

Was muss bei der Rechtsform eines neuen Unternehmens beachtet werden?

 

Schon bisher war die Wahl der richtigen Rechtsform für den Mittelstand unter steuerlichen Gesichtspunkten ein schwieriges Unterfangen. Die Rechtsform der GmbH, der GmbH & Co. KG, des Einzelunternehmens oder der Personengesellschaft wurden häufig haftungsbedingt, steuerlich oder rechtlich bedingt gewählt, wobei es immer Vor- und Nachteile der jeweiligen Rechtsform abzuwägen galt.

Die tiefgreifenden Änderungen des Unternehmensteuerreformgesetzes 2008 auf die Besteuerung von Unternehmen zwingen dazu, die Frage der Rechtsform wieder auf den Prüfstand zu stellen und bestehende Strukturen im Hinblick auf die Optimierung der Rechtsform zu untersuchen.

Für mittelständische Unternehmen ergeben sich wesentliche Auswirkungen.  Bei Kapitalgesellschaften durch die Senkung des Körperschaftsteuersatzes, der Einführung einer Abgeltungsteuer auf Dividenden und durch das Teileinkünfteverfahren.

Bei Personenunternehmen ist insbesondere die Steuervergünstigung für nicht entnommene Gewinne (Thesaurierung) zu erwähnen.

Neuerungen für sämtliche Unternehmensformen ergeben sich aus der Einführung einer Zinsschranke, der Nichtabzugsfähigkeit der Gewerbesteuer als Betriebsausgabe und der Erweiterung der gewerbesteuerlichen Hinzurechnungstatbestände.

Nachfolgend geben wir ihnen einige Stichpunkte die ihre Entscheidung mit beeinflussen sollen:

 

Kapitalgesellschaften

  • Körperschaftsteuersatz nur noch 15% + Soli. 5,5%
  • Gewinne aus der Veräußerung von Gesellschaftsanteilen durch natürliche Personen sind zu 40% (Teileinkünfteverfahren seit 2009) steuerfrei
  • Gewinne aus der Veräußerung von Gesellschaftsanteilen durch Körperschaften sind zu 95% steuerbefreit (§ 8b Abs. 1 KStG)
  • Dividenden aus in- und ausländischen Kapitalgesellschaften sind zu 95% steuerfrei
  • Möglichkeit der Bildung betrieblicher Altersversorgung für Gesellschafter-Geschäftsführer
  • Körperschaftsteuerliche und gewerbesteuerliche Organschaft möglich
  • Steuerlicher Vorteil der Kapitalgesellschaft bei der Gewinnthesaurierung gegenüber der Personengesellschaft, insbesondere bei persönlichem Steuersatz von über 30% beim Anteilseigner.
  • Die Versteuerung von Dividenden mit der Abgeltungsteuer in Höhe von 25% kann durch Antragsveranlagung auf den persönlichen %-Satz reduziert werden, wenn dieser unter 25% liegt.

 

Die GMBH nach der GmbH-Reform und dem "MoMiG"

  • GmbH-Gründungen werden in Standardfällen (maximal 3 Gesellschafter und 1 Geschäftsführer) erleichtert und beschleunigt durch ein beurkundungspflichtiges Musterprotokoll
  • Es bleibt beim Stammkapital von 25.000 Euro
  • Das Recht der verdeckten Sacheinlage und das Eigenkapitalersatzrecht wurden reformiert und durch insolvenzrechtliche Regelungen ersetzt
  • Neu ist, dass eine im deutschen Register eingetragene GmbH ihren Verwaltungssitz im Ausland haben kann

 

Die neue haftungsbeschränkte UNTERNEHMERGESELLSCHAFT (UG) als Unterform der GmbH

  • Die Gründung ist mit einem Stammkapital ab 1 Euro möglich
  • Abgrenzung zur GmbH durch bestimmte Firmierungspflichten
  • Die Gesellschafter müssen 25% des erzielten Gewinnes in die Rücklage einstellen, so dass sich bei erfolgreichem Geschäftsverlauf ein Eigenkapital bildet

 

Personengesellschaften

  • Verdopplung des Sockelfreibetrages für den Verlustvortrag (§ 10d Abs. 3 EStG) von 1 Mio. € auf 2 Mio. € bei Zusammenveranlagung von Mitunternehmer-Ehegatten
  • Häufig die Möglichkeit der steuerlichen Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) durch Investitionsabzugsbetrag und Möglichkeit einer Sonderabschreibung
  • Bei Anerkennung des Transparenzprinzips ausländischer Personengesellschaften können deren Gewinne bzw. deren ausländische Betriebsstättengewinne steuerfrei durchgereicht werden
  • Privatentnahmen ohne Formalismus
  • Verlustverrechnung mit anderen Einkünften beim Mitunternehmer -unter Beachtungs des § 15a EStG möglich
  • Keine Steuerrisiken durch verdeckte Gewinnausschüttungen möglich
  • Der Transfer von Grundstücken von und auf die Gesellschaft ist grunderwerbsteuerlich erleichtert
  • Neue Möglichkeit des Wahlrechts der Gewinnthesaurierung bei jedem einzelnen Mitunternehmer individuell auf Antrag (§ 34a Abs.1 EStG)
  • Umständliches Procedere mit Ergänzungs- und Sonderbilanzen
  • Kosten der Refinanzierung von Gesellschaftsanteilen an Personengesellschaften sind mit 60% abzugsfähig (§ 3c Abs. 2 EStG)
  • Die Personengesellschaft eignet sich gut für die Vermögensverwaltung bzw. Beteiligungs-Holding von Kapitalgesellschaftsanteilen, da die Dividenden durch das Teileinkünfteverfahren nur mit 60% versteuert werden
  • Unter Voraussetzung des gewerbesteuerlichen Schachtelprivilegs der § 8 Nr. 5, § 9 Nrn. 2a, 7 und 8 GewStG entsteht auf Ebene des Personenunternehmens auf die Dividende keine Gewerbesteuerbelastung
  • Werden Dividenden aus dem Betriebsvermögen entnommen, ist die Personengesellschaft mit Regelbesteuerung (d.h. ohne Thesaurierung) immer am vorteilhaftesten

 

Der ERV-Verlag stellt eine Vergleichsrechner "Kapitalgesellschaft ./. Einzelunternehmen/Personengesellschaft" zur Verfügung.

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 12. März 2013 21:34

Zum Seitenanfang