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MicroBilG

Veröffentlichungserleichterungen nach dem MicroBilG für Kleinstkapitalgesellschaften

 

Es ist in Kraft getreten, das KLEINSTKAPITALGESELLSCHAFTEN-BILANZRECHTSÄNDERUNGSGESETZ (MicroBilG)  und die Erstanwendung gilt bereits für Jahresabschlüsse die auf  den 31. Dezember 2012 lauten. Diese Veröffentlichungswahlrechte gelten auch für die kleinen Aktiengesellschaften und GmbH & Co. KG´s.

Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Änderungen:

 

Wer darf die Veröffentlichungserleichterungen in Anspruch nehmen?

Die Vereinfachung gilt für Kleinstkapitalgesellschaften, wenn zwei von diesen Kriterien schon zum 31.12.2011 erfüllt waren und auch am 31.12.2012 wieder erfüllt sind:

 

  • Bilanzsumme bis 350.000 €,
  • Umsatzerlöse bis 700.000 € und
  • 10 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt) § 267a HGB n.F.

 

Erleichterungen:

Bilanz nur in Buchstabenpositionen A-E  (§ 266 Abs. 1 Satz 4 HGB n.F.).

verkürzte G+V Darstellung in nur noch 8 Positionen (statt bisher 20 Positionen).

Wahlrecht zum Verzicht auf die Erstellung eines Anhangs (§ 264 Abs. 1 Satz 5 HGB n.F.), wenn unter der Bilanz bestimmte Angaben gemacht werden.

Wahlrecht zur Veröffentlichung im elektronischen Bundesanzeiger wie bisher (§ 325 HGB), oder nur Hinterlegung beim Bundesanzeiger-Verlag.

Bei Inanspruchnahme des Hinterlegungswahlrechts beim Bundesanzeigerverlag bedarf es keiner Offenlegung einer G+V oder eines Anhangs. Dazu muss das Unternehmen dem Betreiber der eBilanz mitteilen, dass die Größenklassen nach § 276a HGB n.F. nicht überschritten werden.

 

Neue Einsichtnahme bei Hinterlegung:

Bei einer Hinterlegung kann die Bilanz nicht mehr per Internet auf den Seiten des Bundesanzeigers eingesehen werden. Der Interessent muss nach § 9 Abs. 6 HGB n.F. einen Antrag auf Einsicht der hinterlegten Bilanz beim Bundesanzeiger-Verlag stellen und dafür 4,50 € Gebühr bezahlen. Damit kommt das neue Wahlrecht der Kleinstkapitalgesellschaft entgegen und hilft die Schutzinteressen kleiner Unternehmen zu wahren.

 

Ändert sich dadurch etwas im Rahmen der Bilanzierung?

Nein. Jede Kapitalgesellschaft, gleich in welche Größenklasse sie fällt, hat einen vollständigen handelsrechtlichen Jahresabschluss mit Anhang und ggf. Lagebericht zu erstellen. Allein für Zwecke der Vorlage bei Banken, Geschäftspartnern, Gesellschaftern, etc.

Für Zwecke der Besteuerung ist eine gesonderte Steuerbilanz zu erstellen. Diese, als "eBilanz" elektronisch an das Finanzamt zu übermittelnde Bilanz ist abweichend von den HGB-Vorschriften nach Taxonomie-Regeln aufzustellen.

Die Veröffentlichungs-Bilanz ist also unabhängig von den beiden Hauptbilanzen anzufertigen. Der Erstellungsaufwand ist auch nach der Veröffentlichungs-Reform nicht kleiner geworden, da zusätzliche Angaben zur Bilanz und zur Größeneindordnung des Unternehmens notwendig sind.

 

Praxishinweis:  Bei den kleinen betroffenen Unternehmen sollte geprüft werden, ob die Erleichterungen des MicroBilG aufgrund der Satzung überhaupt in Anspruch genommen werden können. Insbesondere, ob nicht die Erstellung eines Anhangs in der Satzung zwingend vorgeschrieben ist. Gegebenenfalls muss die Gesellschafterversammlung einen satzungsdurchbrechenden Beschluss fassen oder die Satzung ändern lassen.

 

Hier gehts zur VERÖFFENTLICHUNG im Bundesanzeiger ...

Hier gehts zur HINTERLEGUNG im Bundesanzeiger ...

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 20. August 2013 22:56

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