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Steuerfreier Arbeitslohn

Diese Zahlungen können Arbeitnehmer (und Mini-Jobber) vom Arbeitgeber steuer- und sozialversicherungsfrei zusätzlich zum Arbeitslohn erhalten:

 

Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit

Beispiel:  Ein Arbeitnehmer arbeitet 5 Stunden an einem Feiertag (Stundenlohn = 10 €). Hierfür bekommt er einen steuer-/sv-freien Zuschlag in Höhe von 100% ( 5 x 10 € = 50 €).

 

Rabattfreibetrag in Höhe von 1.080 € jährlich

Beispiel:  Ein Arbeitnehmer erhält vom Arbeitgeber innerhalb eines Jahres bis zu 1.080 € unentgeltlich oder verbilligt Handelsware oder Dienstleistungen (mit denen der Arbeitgeber handelt). Z.B.: ein Elektrohändler verkauft an seinen AN ein Elektrogerat statt für 1.100 € für 700 €. Der Rabattfreibetrag ist zu dokumentieren um den Jahresbetrag zu ermitteln.

 

Reisekostenerstattung

Beispiel:  Ein Arbeitnehmer erhält vom Arbeitgeber für dienstliche Fahrten mit dem privaten PKW je gefahrenen Kilometer 0,30 € steuerfrei ausgezahlt.

 

Kindergartenzuschuss

Beispiel:  Ein Arbeitnehmer hat ein Kindergarten-Kind. Der Monatsbeitrag beträgt 150 €. Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer diesen Beitrag voll steuerfrei ersetzen.

 

Zuschuss berufliche Telefonnutzung

Beispiel:  Nutzt ein Arbeitnehmer sein privates Telefon auch für betriebliche Zwecke, so kann sich der Arbeitgeber mit monatlich 20 € steuerfrei beteiligen.

 

Sachbezüge bis 44 € monatlich

Beispiel:  Der Arbeitnehmer erhält monatlich einen Warengutschein oder Tankgutschein (in Höhe von bis zu 44 € monatlich) steuerfrei vom Arbeitgeber. Aber ACHTUNG !! Neu ab 1.1.2014:  Beiträge des AG für Zusatzversicherungen des AN (z.B. private Krankentagegeld- oder Pflegezusatzversicherungen) bis 44 € waren gem. Urteil des BFH vom 14.04.2011 (AZ: VI R 24/10) bisher steuerfrei. Mit BMF-Schreiben vom 10.10.2013 hat das Bundesfinanzministerium diese Handhabung untersagt und die Besteuerung als Arbeitslohn verfügt.

 

Zuschuss zur Gesundheitsförderung

Beispiel:  Der Arbeitgeber kann die Kosten zur Vorbeugung und Reduzierung arbeitsbedingter Belastungen am Bewegungsapparat mit bis zu 500 € jährlich übernehmen. Hierzu zählt z.B. ein Pilates-Kurs den ein Arbeitnehmer in seiner Freizeit belegt. Gleiches gilt auch für Kurse zur Stressbewältigung und Entspannung oder für Massage-Behandliungen. Allerdings zählen allgemeine Kosten für ein Fitnessstudio oder Schwimmbad nicht dazu.

 

Beiträge zu Direktversicherungen oder Pensionskassen (§ 3 Nr. 63 EStG)

Beispiel:  Ein Arbeitgeber schließt für seinen Arbeitnehmer (als versicherte Person) eine Direktversicherung ab und zahlt hierauf bis zu 224 € monatlich ein.

 

Computerübereignung (§ 3 Nr. 45 EStG) - gesetzlich erweitert am 8. Mai 2012

Beispiel:  Steuerfrei sind demnach die Vorteile des Arbeitnehmers

  • aus der privaten Nutzung von betrieblichen Datenverarbeitungs- (PC, Laptop, Notebook, Tablets, Smartphone) und Telekommunikationsgeräten (Telefon, Handy, Fax) sowie deren Zubehör (Monitor, Drucker, Beamer, Scanner, Modem, Router, Hub, Bridge, ISDN-/SIM-/UMTS-/LTE-Karte, Ladegerät, Tasche oder Hülle),
  • aus der privaten Nutzung von System- und Anwendungsprogrammen, die der Arbeitgeber auch betrieblich einsetzt, und
  • aus den Dienstleistungen, die im Zusammenhang mit diesen Zuwendungen erbracht werden. Dazu gehören auch die laufenden Kosten für den Betrieb der Geräte, insbesondere Telefon- und Verbindungskosten und Updates für Anwendungssoftware.

Wenn also ein 450-Euro-Minijobber (ab 1.1.2013) neben diesem Aushilfslohn noch den geldwerten Vorteil eines betrieblichen Smartphones erhält, bleiben diese Vergünstigungen steuerfrei und wirken sich nicht auf die Minijob-Grenze aus. Wichtig ist, dass alle Verträge und Kosten auf den Arbeitgeber lauten und von ihm bezahlt werden und ihm zivilrechtlich gehören. An welchem Ort  die Geräte genutzt werden ist egal.

 

Betriebsveranstaltungen - steuerfrei wenn die Zuwendung 110 € pro Teilnehmer nicht überschreitet

Beispiel:  Firmenjubiläum in einem Festsaal mit Musik-Künstlern und Abendessen. Eingeladen sind die Arbeitnehmer mit Familienangehörigen oder Begleitpersonen. Frage: Wie ermittelt man den Wert der Zuwendung pro Person und ist dieser ggf. bei den Arbeitnehmern zu versteuernder Arbeitslohn?

ACHTUNG:  Änderung der BFH-Rechtsprechung durch 2 Urteile vom 16.05.2013: 

Es werden als Ausgaben für die Berechnung nur die Kosten herangezogen, die unmittelbar konsumiert werden können. Also Speisen, Getränke und Musik. Kosten für den äußeren Rahmen (Saalmiete etc.) gehören nicht dazu. Die Summe der so reduzierten Bemessungsgrundlage wird auf die Anzahl aller teilnehmenden Personen gleichmäßig verteilt. Egal ob Arbeitnehmer oder Begleitpersonen. Dann ist zu prüfen, ob die Zuwendung des einzelnen Arbeitnehmers 110 € überschreitet. Schon das Überschreiten um einenCent führt zu steuerpflichtigem Arbeitslohn.

Bisher sagte die Rechtsprechung, dass die umgelegten Gesamtkosten (also sämtliche Ausgaben) auf die Arbeitnehmer aufzuteilen und Begleitpersonen diesen zuzurechnen waren. Diesbezüglich hat sich die Rechtsprechung nunmehr geändert. Arbeitgeber sollten daher ihre Planungen für Betriebsveranstaltungen an die neuen Vorschriften Anpassen und schon im Voraus rechnen.

 

(siehe dazu auch unsere Ausführungen unter FACHBEITRÄGE --> Für Arbeitgeber/Arbeitnehmer)

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, 22. April 2014 22:50

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